Die Friedrichstraße zwischen den Hausnummern 10 und 20 war in der Epoche von 1930 bis 1950 ein faszinierendes Spiegelbild gesellschaftlicher Kontraste und historischer Umbrüche.
Das in der historischen Aufnahme rechts zu sehende Gebäude mit der imposanten Fassade war der Sitz des sozialdemokratischen Pressehauses der »Schwäbischen Tagwacht« (Hausnummer 13).
Die späthistorisch geprägte Fassade mit ihren vertikalen Gliederungselementen die wie pilasterartige Vorlagen oder Halbsäulen wirken, verleihen dem Gebäude eine monumentale und feierliche Wirkung, die durch dekorative Schein- und Schmuckstützen strukturiert wurde. So erweckten das Gebäude den Eindruck von Stabilität und Würde, obgleich es sich vor allem um eine dekorative Verblendung der modernen Gebäudestruktur handelte.
Unmittelbar daneben - mit der Hausnummer 15 - befand sich das katholische Vereinshaus »St. Vinzenz«. Den Nationalsozialisten war diese politische Zentrierung nach der Machtergreifung 1933 ein Dorn im Auge und wurde schnell gewaltsam zerschlagen.
Die verheerenden Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs auf das Stuttgarter Stadtzentrum führten zur völligen Zerstörung der historischen Bausubstanz. In den Nachkriegsjahren bis 1950 wurde dieser Bereich dann durch einen »modernen städtischen Wiederaufbau« geprägt, wodurch sich die Friedrichstraße zu einer »autogerechten Straße« wandelte und ein völlig neues Gesicht erhielt.
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