Die Bezeichnung »Neckartor« setzte sich erst im 19. Jahrhundert allmählich durch, als Stuttgart stark expandierte und neue Verkehrs- und Platzbezeichnungen entstanden. Dabei griff man häufig auf historische oder topographische Bezugspunkte zurück. »Neckartor« bezeichnete im Grunde den Stadtausgang beziehungsweise die Verkehrsrichtung »zum Neckar hin« – also nach Berg und Cannstatt.
Die im Vordergund zu sehende kleine Anlage am Neckartor mit der von Dannecker entworfenen Brunnenfigur war ein beliebtes Motiv und ist auf zahlreichen Postkarten zu finden.
Das Viertel rund um die vom Neckartor bergaufführende Kernerstraße wurde teilweise als »Dichterviertel« verstanden, weil dort mehrere Straßen Namen bedeutender Schriftsteller und Geistesgrößen erhielten. Die Namensgebung hatte also bewusst einen bildungsbürgerlichen Charakter.
Historisch war das Gebiet zunächst außerhalb der alten Kernstadt gelegen. Noch um 1800 verliefen dort Weinberge, Gärten und Hangwege zwischen der Innenstadt und den höher gelegenen Fläche.
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