Tunzhofer Straße

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Der markante Neubau des Bürgerhospitals an der Tunzhofer Straße entstand zwischen 1892 und 1894 nach Plänen der Stuttgarter Architekten Schmid & Burkhardt. Die weitläufige Anlage war als funktional gegliedertes Krankenhausensemble konzipiert: Krankenbau, Kapelle, Altersheim sowie Verwaltungs-, Wirtschafts- und Personalgebäude waren auf dem Gelände verteilt. Charakteristisch für die damalige Krankenhausarchitektur war die Verbindung von medizinischer Funktionalität, großzügigen Freiflächen und einer repräsentativen Gestaltung im Stil des Historismus. Ein Park mit altem Baumbestand ergänzte die Gebäudeanlage und diente zugleich als Erholungsraum für die Patienten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bürgerhospital 1944 weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1954 bis 1959 nach Plänen von Hans und Jörg Herkommer und führte zu einer deutlich moderneren Architektursprache. Neben mehreren Klinikgebäuden entstand ein markantes 15-geschossiges Hochhaus für die Krankenhausmitarbeiter. Erhaltene Elemente der älteren Anlage, insbesondere der Patientengarten, verbinden die verschiedenen Bauphasen. Heute zeugen vor allem der ehemalige Bettenbau und weitere Gebäude von dieser wechselvollen Baugeschichte. Der Bettenbau steht aufgrund seines Erinnerungswerts unter Denkmalschutz und wird inzwischen für Wohnzwecke umgenutzt.

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