Der Stuttgarter Stadtgarten war einst eine hochfrequentierte und gern genutzte Freizeiteinrichtung, die viele Besucher, Musikkapellen und Varietékünsten anzog. Bekannt war vor allem das sogenannte »Heiratskarussell« – der Kiesweg um den großen Springbrunnen, auf dem junge Leute miteinander ins Gespräch kamen.
Nach dem Ersten Weltkrieg ergänzte eine überdachte Freilichtbühne mit 1.500 Plätzen das Angebot, auf der Sport-, Musik- und Varietédarbietungen stattfanden und die schnell internationales Niveau erreichte. In den Wintermonaten wichen kleinere Veranstaltungen in die Stadtgartensäle aus, die auch für private Bälle und Feste – wie die Pressebälle oder Veranstaltungen des Württembergischen Automobilklubs – gefragt waren.
Der Betrieb wurde im Zweiten Weltkrieg bis zu dem Zeitpunkt aufrechterhalten, als zunehmende Luftangriffe mangels Schutzeinrichtungen die Einstellung erzwangen. 1944 brannten die Gebäude aus und wurden in den 1950er-Jahren trotz anfänglicher Wiederaufbaupläne abgerissen. Mit der grundlegenden Umgestaltung der historischen Gartenanlagen sowie dem Bau der Universitätsbiblilothek zwischen 1974 und 1976 verlor der Stadtgarten nicht nur seine ehemalige Dimension sondern auch (endgültig) seinen Charme.
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